Amazon hat heute die deutsche Version der Sprachassistenz Alexa und deren zugehöriger Hardware Echo vorgestellt. Die lernfähige Assistenz aus der Cloud hilft zum einen bei der Steuerung Ihres Smart homes, in dem Sie per Sprachkommando zum Beispiel das Licht anschalten, die Heizung regulieren, Musik abspielen oder Termine eintragen können. Zum anderen antwortet Alexa auf viele Fragen.

Wie wird das Wetter morgen? Wer spielte die Hauptrolle in einem Film? Ist gerade viel Verkehr Echo auf meiner Fahrtstrecke zur Arbeit oder was sind die aktuellen Nachrichtenschlagzeilen? Auf all dies und mehr gibt Alexa nun in Deutsch die Antwort. Sie müssen nur das Schlüsselwort „Alexa“ und anschließend das Kommando oder die Frage stellen.

Amazon Echo hat versteht deutsche Sprachkommandos und Alexa antwortet auch auf Deutsch.

Amazon Echo hat versteht deutsche Sprachkommandos und Alexa antwortet auch auf Deutsch. (Bildquelle: Smart home AREA)

Leuchtet der Ring blau auf, hat Echo die Spracheingabe verstanden, streamt sie an die Cloud und wartet auf die Antwort. Leuchtet er dagegen permanent rot, sind die Mikrofone manuell abgeschaltete (elektrisch abgetrennt) und Ihre Privatsphäre bleibt gewahrt. Laut Amazon werden alle aufgezeichneten Informationen auf europäischen Servern verarbeitet.

Amazon Echo: verbesserte Spracherkennung

Gegenüber der bereits 2015 in den USA gestarteten Version des Amazon Echo, hat Amazon die Spracherkennung verbessert. Sieben rundherum angeordnete Mikrofone sind mit Richtstrahltechnologie und verbesserter Störsignalunterdrückung ausgerüstet, wodurch Echo den Nutzer überall im Raum gut hören soll. Dazu bündelt die Richtstrahltechnologie alle über die Mikrofone empfangenen Signale (Musik, Geräusche, andere Stimmen usw.) und filtert daraus die an Alexa gerichteten Anweisungen heraus. Der bei der Spracherkennung blau leuchtende Ring im Kopf von Amazon Echo leuchtet dabei an der Stelle deutlich hellblau, aus der Echo die Sprache des Nutzers geortet hat.

Echo enthält auch zwei nach unten gerichtete Downfire-Lautsprecher, die einen räumlichen 360°-Sound produzieren sollen. Da Amazon Bluetooth enthält, können Sie auch Musik von Tablets und Smartphones auf den smarten Lautsprecher streamen. Technisch soll sich sonst nichts gegenüber der US-Version verändert haben. Die technischen Daten finden Sie im früheren Artikel zu Amazon Echo.

In der Explosionszeichnung sieht man die Scheibe mit dem Spracherkennungsprozessor sowie den Sensoren und die beiden Down-Fire-Lautsprecher (rechtes Bild) des Amazon Echo erkennen.

In der Explosionszeichnung sieht man die Scheibe mit dem Spracherkennungsprozessor sowie den Sensoren und die beiden Down-Fire-Lautsprecher (rechtes Bild) des Amazon Echo erkennen. (Bildquelle: Amazon)

Amazon Echo Dot: Neues Design, bessere Technik

Leuchtet der Ring, sind die Mikrofone vom Strom getrennt. Blau bedeutet, Alexa hört zu, streamt und wartet auf die Antwort aus der Cloud.

Leuchtet der Ring, sind die Mikrofone vom Strom getrennt. Blau bedeutet, Alexa hört zu, streamt und wartet auf die Antwort aus der Cloud. (Bildquelle: Smart home AREA)

Dem kleinen Schwestermodell Amazon Echo Dot in Eispuckgröße verpasst Amazon ein neues Design, einen leistungsfähigeren Spracherkennungsprozessor sowie die gleichen Antennen und Richtstrahltechnologie wie dem Echo. Dadurch soll die Spracherkennung noch präziser sein, als beim Vorgänger. Dank Audio-Ausgang (3,5 Millimeter) und Bluetooth können Sie die heimische Stereoanlage per Sprachkommando steuern und Alexas Stimme wiedergeben, oder Sie nutzen den im Echo Dot eingebauten, kleinen Lautsprecher. Ansonsten können Sie mit Amazon Echo Dot die gleichen Funktionen ausführen (Fragen stellen, Geräte steuern, Kommandos geben), wie mit Echo.

Amazon Skills: Erweiterungen durch Drittanbieter

Dank des tado°-Skills konnten wir mit Amazon Alexa bereits den Raumthermostat und den Heizkörperthermostat per Sprachkommando regeln.

Dank des tado°-Skills konnten wir mit Amazon Alexa bereits den Raumthermostat und den Heizkörperthermostat per Sprachkommando regeln. (Bildquelle: Smart home AREA)

Amazon Alexa wäre trotz ihrer Fähigkeiten auf die Dauer ein recht eingeschränktes Assistenzsystem, wenn es nicht erweitert werden könnte. Diese Erweiterungen bzw. neuen Fähigkeiten nennt Amazon Skills. Diese können mit dem kostenlosen Amazon Skills Kit (ASK) von jedem programmiert werden. Aktuell sind rund 1.400 Skills verfügbar. Ähnlich einer App in einem App Store fügen Sie diese Amazon Echo bzw. Alexa in der Alexa-App einfach hinzu. Dadurch öffnen sich Schnittstellen zu Drittanbietern, deren Diensten und Geräten, wodurch die Anwendungsmöglichkeiten von Amazon Echo fast täglich wachsen. Bereits jetzt können Sie zum Beispiel per Sprachbefehl ein Taxi bei mytaxi bestellen und die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn nutzen. Viele weitere Skills wie zum Beispiel von BILD.de, BMW, n-tv, Spiegel Online, Tagesschau, Fitbit, Philips Hue und Spotify sind in Arbeit.

Innerhalb eines Smart homes ist jedoch die Gerätesteuerung mit Amazon Alex viel wichtiger. Zum Deutschlandstart von Amazon Echo und Alexa haben nun innogy (ehemals RWE SmartHome), tado° und Deutsche Telekom (Qivicon) Skills angekündigt. Auf der heutigen Pressekonferenz konnten wir uns bereits von der tadellosen Steuerung eines tado°-Raumthermostat und Heizkörperthermostat überzeugen.

Amazon Echo und Echo Dot: Preise und Verfügbarkeit

Amazon Echo und Echo Dot sind in schwarz und weiß ab sofort per Einladung für Amazon-Prime-Kunden vorbestellbar, die an der Weiterentwicklung mitarbeiten wollen. Echo wird rund 180 Euro, Echo Dot rund 60 Euro kosten. Amazon Prime-Kunden die bis zum 16.09.2016 um 18 Uhr eine Einladung anfordern, bekommen 50 Euro Rabatt auf den Echo. Wer mehrere Echo Dot benötigt kann sich, ein 6er Pack und das 12er Pack kaufen, in denen der sechste bzw. der 11te und 12te echo dot kostenlos sind. Die Sparpacks gelten derzeit aber nur für Großbritannien.

Bei Verfügbarkeit im Oktober 2016, erhalten aber nicht alle, die eine Einladung angefordert haben, ihre Geräte geliefert. Wie bei der Einführung in den USA entscheidet Amazon nach einem internen Prozess über die Zuteilung.

Einschätzung

Auf dem heutigen Launch-Event in London waren wir überrascht, wie gut Alexa bereits deutsche Sprachkommandos versteht und wie gut sie in nahezu natürlich klingender, deutscher Sprache antwortet. Diese Hürde hat Amazon mit Bravour gemeistert. Und da Amazon Alexa ja ein lernendes, auf neuronalen Netzen basiertes Spracherkennungssystem ist, wird die Aussprache mit der Zeit ganz von allein noch besser werden. Große Klasse finden wir die stetige Funktionserweiterung durch die Skills. Amazon geht hier genau den richtigen Weg, öffnet sich und stellt Echo bzw. Alex als übergreifendes System Dienstanbietern und Geräteherstellern zur Verfügung. Dadurch könnte sich das Problem der Inkompatibilität zwischen verschiedenen Smart-home-Geräten und -Systemen nicht nur elegant, sondern auch noch sprachgesteuert lösen. Das stellt aber dann auch die Steuerung via App in Frage.

Davon abgesehen war auch die Verarbeitungsqualität der zum ausprobieren zur Verfügung gestellten Amazon Echo und Echo Dot tadellos. An den Preisen gibt es ebenfalls nichts zu meckern. So ganz zufrieden für den deutschen Markt scheint Amazon aber mit Alexa dennoch nicht zu sein. Anders können wir die Verteilung via Einladungsverfahren nur an zur Mitarbeit willige Amazon-Prime-Kunden nicht deuten. Zumal noch nicht klar ist, was Amazon unter Mitarbeit versteht.

Dennoch sehen Amazon Echo, Echo Dot und die innewohnende Sprachassistenz Alexa sehr gut aus. Google und Apple werden daran zu knabbern haben, da Sie sich als Nummer Zwei oder Drei nun an diesem Benchmark messen lassen müssen.

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