F-Secure Sense: WLAN-Signalstärke-Test

Zum Testzeitpunkt wechselt Sense weder automatisch den Sendekanal noch bot die Sense-App eine manuelle Kanalwahl an. Laut F-Secure arbeiten die Entwickler aber an beiden Funktionen, sodass sie mit einem der kommenden Firmware- und App-Updates zur Verfügung stehen. Da sich so gut wie in jedem Haus bzw. jeder Wohnung mit Internet-Anschluss auch ein WLAN befindet, stören sie sich zwangsläufig gegenseitig. Nur durch die automatische Kanalwahl kann ein WLAN-Router selbstständig auf einen gerade weniger frequentierten Kanal wechseln, um die optimale Sende- und Empfangsleistung zu erreichen. Manuell wäre dies nur in seltenen Szenarien effektiv. In den Frequenzanalysebildern ist gut zu sehen, dass das 2,4-GHz-Band in unserem Fall (Büroräume) schon recht dicht ist und Sense sich sogar im sonst freieren 5-GHz-Band die Kanäle mit zwei weiteren WLAN-Netzen teilen muss. In Mehrparteienhäusern ist in der Regel die WLAN-Dichte noch deutlich höher.

F-Secure Sense (dunkelblau) kommt im besten Falle nicht über eine Dämpfung von -40 db hinaus.

F-Secure Sense (dunkelblau) kommt im besten Falle nicht über eine Dämpfung von -40 db hinaus. (Bildquelle: Smart Home AREA)

Ein weiteres Feature das uns fehlte ist die Einstellbarkeit der Sendeleistung. So konnten wir nicht feststellen, ob Sense immer mit der maximalen Sendeleistung arbeitet oder sie den Gegebenheiten anpasst. Eine Erhöhung hätte ihm zu besseren Messwerten verholfen. Wie Sie gut auf den Frequenzanalysebildern erkennen können, kommt Sense im besten Falle nicht über eine Dämpfung von -40 db (2,4- und 5-GHz-Band) hinaus. Je geringer der Wert, desto stärker ist das Signal. Ein guter WLAN-Router erreicht Werte zwischen -30 und -40 db, ein sehr guter sogar -20 bis -30 db.

Sobald wir im Test hinter der ersten Mauer waren und eine Distanz von 10 Metern zwischen WLAN-Client und Sense hatten, sank die WLAN-Signalstärke erheblich auf rund -65 db ab. Nach der zweiten Wand und ca. 14 Metern Funkstrecke fiel die Signalstärke sogar auf über -80 db. Entsprechend schlecht ist dann der WLAN-Empfang, der sich direkt in den Datentransferraten widerspiegelt. In dem Fall würden wir zu einem Mesh-WLAN, einem WLAN-Repeater oder WLAN-Extender raten. Alle drei zur WLAN-Reichweitensteigerung beitragenden Techniken unterstützt Sense aktuell aber nicht.

Wie auch im 2,4-GHz-Band, bricht die WLAN-Signalstärke im 5-GHz-Band ab der zweiten Wand (rechtes Bild), erheblich ein. Davor ist liefert F-Secure Sense gute bis befriedigende Werte.

Wie auch im 2,4-GHz-Band, bricht die WLAN-Signalstärke im 5-GHz-Band ab der zweiten Wand (rechtes Bild), erheblich ein. Davor ist liefert F-Secure Sense gute bis befriedigende Werte. (Bildquelle: Smart Home AREA)

In Summe bewegt sich Sense damit aber auf dem gleichen Niveau wie Standard-Router der Preisklasse bis 150 Euro. Für nicht verwinkelte Wohnungen oder kleine Apartments reicht die WLAN-Signalstärke aus. Bei mehrgeschossigen Häusern müssen Sie für Sense einen optimalen Platz im Haus suchen, damit das Sense-WLAN möglichst alle Räume ausreichend abdeckt.

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